Zu fragen ob Gott etwas kann ist erst einmal sinnfrei wenn man an seine Omnipotenz denkt aber in diesem Fall weckt diese Formulierung hoffentlich Neugier.

Auf einer Jugendfreizeit entstand diese Frage als im Buch Richter thematisiert wurde, dass das Volk Israel mit anderen Göttern hurte (Richter 2,14). Meine Vermutung war, dass dieser Ausdruck verwendet wurde um die intime Verletzung der eheähnlichen Beziehung des Volkes Israels mit Gott zu beschreiben und es für Gott ähnlich schmerzhaft wäre wie wenn uns das Herz gebrochen würde.

Recherche

Wenn man darüber nachdenkt ob Gott fühlt, kommt man unweigerlich zu der Frage ob die Gottesebenbildlichkeit (lat. imago Dei) des Menschen ein Indiz für Gottes Gefühle ist.
Die Meinungen der Theologen gehen auf diesem Gebiet auseinander doch hat John Piper glücklicherweise schon eine Essenz der vorliegenden Ausarbeitungen veröffentlicht. Der systematischen und biblischen Theologie entsprechend berücksichtigt Piper das Alte Testament, das Neue Testament, hebräische und griechische Schreibweisen. Er kommt zu dem klaren Schluss: „The imago Dei […] is he-whom-God-loves.“ (https://www.desiringgod.org/articles/the-image-of-god)

Laut Denny Prutow (https://youtu.be/hQ3tQsPdzPI) hat Gott nach dem Westminster Glaubensbekenntnis keine Gefühle.

Doch was ist mit folgenden Bibelstellen (https://youtu.be/nxotw6uejL0):

Bibelstellen

Von ferne her ist mir der HERR erschienen: Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt; darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Gnade.

Jeremia 31,3

The foolish shall not stand in thy sight: thou hatest all workers of iniquity.

Psalm 5,5

Der Gottlose heckt Pläne aus gegen den Gerechten und knirscht gegen ihn mit den Zähnen; aber der Herr lacht über ihn; denn er sieht, dass sein Tag kommt.

Psalm 37,12-13

Wenn aber der HERR ihnen Richter erweckte, so war der HERR mit dem Richter und errettete sie aus der Hand ihrer Feinde, solange der Richter lebte; denn der HERR hatte Mitleid wegen ihrer Wehklage über ihre Bedränger und Unterdrücker.

Richter 2,18

Wie oft lehnten sie sich gegen ihn auf in der Wüste und betrübten ihn in der Einöde!

Psalm 78,40

Auch in Tabeera und in Massa und bei den Lustgräbern erzürntet ihr den HERRN.

5. Mose 9,22

Der HERR, dein Gott, ist in deiner Mitte, ein Held, der rettet; er wird sich über dich freuen mit Wonne, er wird still sein in seiner Liebe, er wird über dich jubelnd frohlocken.

Zefanja 3,17

Fazit

Es macht meiner Meinung nach keinen Sinn Gott keine Emotionen anzuerkennen, sondern nur die klare Differenzierung zwischen göttlichen und menschlichen Gefühlen.
Gottes Emotionen sind im Zusammenhang mit seinem Wesen zu betrachten, sie sind also nie sündig, unberechtigt oder schwankend aber immer konstant, gerechtfertigt und authentisch. Z.B. „fühlt“ Gott gegenüber der Sünde immer Zorn:

Du kommst dem entgegen, der sich daran erfreut, Gerechtigkeit zu tun, denen, die auf deinen Wegen an dich gedenken. Doch siehe, du wurdest zornig, weil wir Sünde begingen und lange Zeit darin geblieben waren; aber möchte uns doch geholfen werden!

Jesaja 64,4

Abschließen möchte ich mit dem innigen Wunsch für mich und Sie, Gott in seiner Art wertzuschätzen und alles daran zu legen ihn nicht über uns traurig sein zu lassen:

Und betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes, mit dem ihr versiegelt worden seid für den Tag der Erlösung!

Epheser 4,30